Michael Buselmeier
Wunsiedel
Lesung und Gespräch mit Michael Buselmeier
Sonntag, 29. Mai, 16 Uhr
Eintritt: € 9,- / € 7,-
Inhalt:
Im Sommer 1964 ist Moritz Schoppe bei den Luisenburg-Festspielen im oberfränkischen Wunsiedel engagiert. Die zehn Wochen werden ein Fiasko; Moritz ist Außenseiter, fühlt sich fremd und leidet unter Heimweh. Am Theater darf er nur kleine Rollen spielen und erhält vernichtende Kritiken. Kraft schöpft er allein aus den Romanen des in Wunsiedel geborenen Dichters Jean Paul, dessen poetische Sprache Moritz Stärke vermittelt. 44 Jahre später kehrt der Ich-Erzähler zurück und begibt sich auf Spurensuche. Ihm wird die Chance auf einen Neuanfang gegeben und er stellt sich den Erinnerungen an seinen früheren "Verfinsterungsort". Wunsiedel bedeutet nun nicht mehr Fremde und Unglück, sondern wirkt merkwürdig vertraut und Schoppe fühlt sich sofort wohl.
Mit genauer Beobachtungsgabe schildert Buselmeier Freude und Leid des Theaterlebens und erzählt vom Zurückkommen und der Begegnung mit der Vergangenheit.
Michael Buselmeier wurde 1938 in Berlin geboren und lebt heute als freier Schriftsteller und Lyriker in Heidelberg. 2010 erschien sein Buch "aprikosenbäume gibt es", in dem er an die dänische Dichterin Inger Christensen erinnert, die 2005 Gast bei den Heidelberger Literaturtagen war. Im Rahmen des Projekts "Erlebte Geschichte - erzählt" hat Buselmeier bekannte Persönlichkeiten mit Bezug zu Heidelberg interviewt. Nun tauscht er die Rolle und ist Interviewpartner von Hans-Martin Mumm.